Robert De Niro bei den Filmfestspielen von Cannes 2025. Foto: Gabriel Hutchinson / WikiPortraits, via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0. Bildausschnitt: Urokompetenz.
„Herr Dr. Witt, ich bin doch topfit, mache Sport und fühle mich wie ein Baum – warum soll ich zur Prostata-Vorsorge?“
Diesen Satz hören wir in unserer Klinik in Düsseldorf fast täglich. Viele Männer glauben, ein aktiver Lebensstil sei eine Art unsichtbares Schutzschild. Meine Antwort führt dann oft zu einem Fall aus dem Jahr 2003: der Diagnose von Robert De Niro.
De Niro war damals 60 Jahre alt. Er drehte Filme am laufenden Band und war körperlich extrem belastbar. Niemand rechnete mit Prostatakrebs. Genau hier liegt der Knackpunkt, den wir in der Urologie immer wieder erklären müssen: Eine gesunde Ernährung und viel Bewegung sind großartig für Ihr Herz-Kreislauf-System – aber sie machen leider nicht immun gegen Tumorerkrankungen.
Wenn der Körper keine Warnsignale sendet
Das Entscheidende bei De Niro: Der Tumor wurde bei einem routinemäßigen Gesundheitscheck in einem frühen Stadium entdeckt. Ein auffälliger PSA-Wert ist einer der möglichen Gründe, einen solchen Krebsverdacht anschließend genauer abzuklären.
Das ist die ungeschönte Realität bei Prostatakrebs im Frühstadium. Der Krebs wächst lautlos. Genau deshalb ist die Früherkennung so wichtig: Sie ermöglicht es, Prostatakrebs häufig in einer Phase zu entdecken, in der noch keine Beschwerden bestehen und eine Behandlung mit heilender Zielsetzung möglich sein kann. Dass der Tumor bei einer Routineuntersuchung früh entdeckt wurde, verschaffte ihm einen entscheidenden medizinischen Vorteil
Schnelle Genesung ist heute kein Hollywood-Wunder mehr
De Niro hat die genauen Details seiner Behandlung strikt privat gehalten. Das respektiere ich als Arzt absolut. Was aber öffentlich wurde: Seine Erkrankung führte zwar zu einer Verschiebung der Dreharbeiten zu ‚Hide and Seek‘. Wenige Monate später konnte De Niro jedoch wieder arbeiten.
Für viele Patienten klingt das erst einmal unvorstellbar. Eine Krebsdiagnose und kurz darauf wieder voll im Job? Durch meine eigene Arbeit am Operationsroboter weiß ich: Das ist längst Alltag. Wenn wir einen Tumor früh erkennen und die Prostata minimal-invasiv – etwa mit dem da Vinci-System – entfernen, ist das Trauma für den Körper gering.
Unser Ziel in der modernen urologischen Onkologie ist genau das: Sie so schnell und unversehrt wie möglich in Ihr normales Leben zurückzubringen. Ohne große Schnitte und mit maximalem Fokus auf den Erhalt von Kontinenz und Erektionsfähigkeit.
Mit 60 steigt das Risiko rapide an
Während Ben Stiller, dessen Fall wir bereits in einem eigenen Beitrag aufgegriffen haben, mit 48 Jahren relativ früh erkrankte, fiel De Niro mit seinen 60 Jahren exakt in das Alter, in dem viele Prostatakarzinome gefunden werden.
Wer in diesem Alter die Strategie fährt „Ich gehe erst zum Arzt, wenn es wehtut“, spielt mit dem Feuer. Wartet man ab, bis der Tumor die Prostatakapsel durchbricht oder streut, schwinden die Chancen auf eine Heilung drastisch.
Ein Termin, der Klarheit schafft
Krebsvorsorge kostet Überwindung, das ist völlig menschlich. Aber lassen Sie es nicht auf Warnsignale Ihres Körpers ankommen. Eine Untersuchung bringt Ihnen im besten Fall die Gewissheit, dass alles in Ordnung ist – oder eben den entscheidenden zeitlichen Vorsprung.
In unserer Düsseldorfer Klinik setzen wir dabei auf modernste Diagnostik. Bevor heute überhaupt an eine Gewebeprobe gedacht wird, nutzen wir hochpräzise Bildgebung wie Mikroultraschall und das multiparametrische MRT (mpMRT). Präzise, schmerzfrei und ohne blinden Aktionismus.
Wir beraten Sie gerne zu Ihrem individuellen Risiko. Auf Augenhöhe und ohne Zeitdruck.




