Dr. Witt, Dr. Mathers und Dr. Janowski stehen im Eingangsbereich der Klinik

Hoden & Nebenhoden

Inhaltsverzeichnis

Veränderungen am Hoden gehören untersucht, nicht abgewartet

Der Hoden ist von außen tastbar, und das ist ein Vorteil. Veränderungen fallen früh auf, wenn man hinschaut und hinfühlt. Manches ist harmlos, manches eilig, und manches entscheidet sich an wenigen Stunden. Wir nehmen jeden Befund ernst und sagen Ihnen klar, ob abwarten vertretbar ist oder nicht.

Hodentorsion: der urologische Notfall

Bei der Hodentorsion verdreht sich der Hoden um seinen Samenstrang und schneidet sich von der Blutversorgung ab. Typisch ist ein plötzlicher, heftiger Hodenschmerz, oft mit Übelkeit, häufig nachts oder aus der Ruhe heraus. Das ist keine Situation zum Beobachten. Der Hoden lässt sich operativ retten, wenn rasch gehandelt wird, das Zeitfenster beträgt nur wenige Stunden. Bei plötzlichem starken Hodenschmerz gilt: sofort in die Notaufnahme, nicht bis zum nächsten Tag warten.

Hodentumor

Bösartige Hodentumoren betreffen vor allem jüngere Männer und sind die häufigste Krebserkrankung in dieser Altersgruppe. Die Prognose ist gut, gerade wenn früh behandelt wird. Meist fällt eine schmerzlose Verhärtung oder Größenzunahme eines Hodens auf, manchmal ein Schweregefühl. Wir klären den Verdacht zügig mit Tastbefund, Ultraschall und Tumormarkern im Blut. Bestätigt sich der Befund, erfolgt die operative Freilegung über die Leiste. Weil eine Behandlung die Fruchtbarkeit beeinträchtigen kann, besprechen wir das Einfrieren von Samenzellen vor Therapiebeginn.

Die regelmäßige Selbstuntersuchung, am besten 1x im Monat, ist die wirksamste Früherkennung, die Sie selbst in der Hand haben.

Nebenhodenentzündung und Hodenentzündung (Epididymitis, Orchitis)

Eine schmerzhafte, geschwollene, überwärmte Hodenseite, die sich über Stunden bis Tage entwickelt, spricht eher für eine Entzündung als für eine Torsion. Die Abgrenzung ist wichtig und nicht immer auf den ersten Blick eindeutig, deshalb gehört der akute, schmerzhafte Hoden ärztlich untersucht. Ursache ist meist eine aufsteigende Infektion über die Harnwege, behandelt wird in der Regel mit Antibiotika und Schonung.

Wasserbruch (Hydrozele)

Eine Hydrozele ist eine Flüssigkeitsansammlung in den Hodenhüllen, meist harmlos, aber bei zunehmender Größe störend. Wird sie zu groß oder unangenehm, lässt sie sich operativ beseitigen.

Nebenhodenzyste und Spermatozele

Zysten am Nebenhoden sind häufig und gutartig. Sie sind tastbar als glatte, prall-elastische Knoten neben dem Hoden und müssen nur behandelt werden, wenn sie Beschwerden machen oder stark wachsen. Wichtig ist die Abgrenzung vom Tumor per Ultraschall, die wir mit der Untersuchung leisten.

Krampfader am Hoden (Varikozele)

Bei der Varikozele staut sich das Blut in den Venen des Samenstrangs, fast immer auf der linken Seite. Sie kann ein Ziehen verursachen, vor allem aber die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Ob und wie behandelt wird, hängt von Beschwerden und Kinderwunsch ab. Die Zusammenhänge mit der männlichen Fruchtbarkeit behandeln wir im Bereich Andrologie.

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