Die frühzeitige Erkennung von Hodenkrebs kann Leben retten. Ein wichtiger Aspekt der Männergesundheit ist die regelmäßige Selbstuntersuchung der Hoden.
Warum ist die Früherkennung von Hodenkrebs so wichtig?
Hodenkrebs ist zwar selten im Vergleich zu Prostatakrebs, tritt aber besonders häufig bei jungen Männern zwischen 20 und 40 Jahren auf. Die gute Nachricht: Die 5-Jahres-Überlebensrate liegt bei über 95 % – unter anderem, weil Hodenkrebs in der Regel sehr gut auf Therapie anspricht. Die monatliche Selbstuntersuchung ist daher ein wichtiger Bestandteil der männlichen Gesundheitsvorsorge.
Risikofaktoren für Hodenkrebs
Folgende Faktoren können das Risiko für Hodenkrebs erhöhen:
- Hodenhochstand in der Kindheit
- Familiäre Vorbelastung
- Vorherige Erkrankung am anderen Hoden
- Bestimmte genetische Erkrankungen
- Eingeschränkte Fruchtbarkeit (Subfertilität)
- Testikuläre Mikrolithiasis (feine Verkalkungen im Hodengewebe)
Besonders Männer mit diesen Risikofaktoren sollten die Selbstuntersuchung konsequent durchführen und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Urologen wahrnehmen.
Selbstuntersuchung Schritt für Schritt – so geht’s
Die Selbstuntersuchung der Hoden ist einfach, schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten. Idealerweise führen Sie diese nach einem warmen Bad oder einer Dusche durch, wenn die Haut des Hodensacks entspannt ist.
- Vorbereitung: Stellen Sie sich vor einen Spiegel, um auch optische Veränderungen wahrnehmen zu können.
- Untersuchung beider Hoden: Nehmen Sie jeden Hoden zwischen Daumen und die restlichen Finger beider Hände und rollen Sie ihn sanft zwischen den Fingern.
- Achten Sie auf: Verhärtungen oder knotige Veränderungen; schmerzlose Schwellungen oder Vergrößerungen; unterschiedliche Größe oder Form im Vergleich zur Voruntersuchung; Schwere- oder Druckgefühl im Hodensack oder Unterbauch.
- Nebenhoden ertasten: Der Nebenhoden befindet sich am hinteren Rand des Hodens und sollte weich und leicht druckempfindlich sein. Veränderungen hier sind meist harmlos, sollten aber dennoch abgeklärt werden.
Wann sollten Sie einen Urologen aufsuchen?
Bei folgenden Befunden sollten Sie zeitnah einen Termin beim Urologen vereinbaren:
- Tastbare Knoten oder Verhärtungen im Hoden
- Schmerzlose Schwellungen oder Vergrößerungen
- Plötzlich auftretende Schmerzen oder Schweregefühl
- Blut im Sperma (selten durch Hodenkrebs bedingt, sollte aber abgeklärt werden)
- Brustvergrößerung (kann ein Zeichen für hormonproduzierende Hodentumoren sein)
Grundsätzlich gilt: Je früher die Diagnose, desto schonender und erfolgreicher die Behandlung.
Moderne Diagnostik
Bei Verdacht auf Hodenkrebs stehen folgende Untersuchungen zur Verfügung:
- Hochauflösende Ultraschalluntersuchung
- Blutuntersuchung auf Tumormarker
- Bei Bedarf weiterführende Bildgebung wie CT oder MRT
Behandlungsmöglichkeiten bei Hodenkrebs
Sollte sich der Verdacht auf Hodenkrebs bestätigen, stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung:
- Operation: In den meisten Fällen ist die Entfernung des betroffenen Hodens (Orchiektomie) der erste Behandlungsschritt.
- Nachbehandlung: Je nach Stadium können Chemotherapie, Bestrahlung oder engmaschige Überwachung folgen. Die Wahl hängt unter anderem davon ab, ob es sich um ein Seminom oder ein Nichtseminom handelt – zwei Tumortypen mit unterschiedlicher Therapie und Prognose.
- Fertilitätserhalt: Vor einer Behandlung besteht die Möglichkeit einer Spermienkonservierung, um die Zeugungsfähigkeit zu erhalten.
Fazit: Selbstfürsorge ist der erste Schritt
Die regelmäßige Selbstuntersuchung der Hoden ist ein wichtiger Beitrag zur eigenen Gesundheitsvorsorge. Wir empfehlen Ihnen, diese einfache Untersuchung monatlich durchzuführen und bei Auffälligkeiten zeitnah einen Termin beim Urologen zu vereinbaren.
In der modernen Urologie sind Früherkennung und spezialisierte Behandlung der Schlüssel zum Erfolg.
Die Urologische Klinik unter der Leitung von Priv.-Doz. Dr. J.H. Witt verfügt über langjährige Erfahrung in der Diagnostik und Behandlung von Hodenkrebs. Kontaktieren Sie uns für ein ausführliches Beratungsgespräch.




