Erkrankungen des Penis: offen besprochen, diskret behandelt
Beschwerden am Penis bleiben oft lange unausgesprochen, aus Scham oder aus der Hoffnung, dass sich etwas von selbst gibt. Das kostet Zeit, die bei manchen Befunden zählt. Wir behandeln diese Erkrankungen sachlich und ohne Umschweife, mit dem Ziel, Funktion und Aussehen zu erhalten.
Penisverkrümmung (Induratio penis plastica)
Bei der Induratio penis plastica bildet sich im Schwellkörpergewebe eine bindegewebige Verhärtung (Plaque), die zur Verkrümmung bei der Erektion führt. Häufig kommen Schmerzen und eine Verkürzung hinzu, oft auch eine erektile Funktionsstörung. Die Erkrankung läuft in zwei Phasen ab: einer aktiven, entzündlichen Phase mit Schmerz und zunehmender Krümmung, und einer stabilen Phase, in der sich der Befund nicht mehr verändert.
In der aktiven Phase behandeln wir konservativ und beobachten den Verlauf. Operiert wird erst, wenn der Befund seit mehreren Monaten stabil ist und die Krümmung Geschlechtsverkehr behindert. Zur Auswahl stehen je nach Krümmungsgrad und Erektionsfähigkeit die Begradigung über eine Raffung der Gegenseite, die Plaque-Korrektur mit Geweberekonstruktion oder, bei begleitender schwerer erektiler Dysfunktion, die Implantation einer Penisprothese. Welcher Weg passt, klären wir nach genauer Vermessung und Funktionsprüfung mit Ihnen.
Angeborene Penisverkrümmung
Eine Verkrümmung kann auch ohne Plaque bestehen, als angeborene Form, die meist erst mit Beginn der sexuellen Aktivität auffällt. Sie lässt sich operativ korrigieren, in der Regel über eine Begradigung der längeren Penisseite.
Vorhautverengung (Phimose) und verkürztes Vorhautbändchen
Lässt sich die Vorhaut nicht oder nur unter Schmerzen zurückstreifen, spricht man von einer Phimose. Bei Erwachsenen steckt häufig eine narbige Verengung oder eine Hauterkrankung dahinter. Leichte Formen behandeln wir zunächst mit einer kortisonhaltigen Salbe, bei narbiger oder wiederkehrender Verengung ist die Beschneidung (Zirkumzision) die zuverlässige Lösung. Ein zu kurzes Vorhautbändchen, das beim Verkehr einreißt oder schmerzt, korrigieren wir über einen kleinen, funktionserhaltenden Eingriff (Frenulotomie).
Entzündungen der Eichel und Vorhaut (Balanitis, Balanoposthitis)
Rötung, Brennen, Juckreiz und Ausfluss unter der Vorhaut sind typisch für eine Entzündung von Eichel und Vorhautblatt. Ursachen reichen von Pilz- und bakteriellen Infektionen über Hautreaktionen bis zu Begleiterscheinungen eines Diabetes. Wir klären die Ursache ab, statt nur die Beschwerden zu dämpfen, weil wiederkehrende Entzündungen ihrerseits eine Phimose nach sich ziehen können.
Lichen sclerosus
Der Lichen sclerosus ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die am Penis vor allem Eichel und Vorhaut betrifft und zu weißlicher, derber Vernarbung führt. Sie verdient Aufmerksamkeit, weil sie unbehandelt die Harnröhrenmündung verengen kann und als Risikofaktor für bösartige Veränderungen gilt. Behandelt wird zunächst mit stark wirksamen Kortisonpräparaten. Schreitet die Vernarbung an der Vorhaut fort, resultiert häufig eine Phimose. In diesem Fall ist die Beschneidung (Zirkumzision) sinnvoll, sie beseitigt die Verengung und entfernt zugleich das hauptbetroffene Gewebe.
Peniskarzinom
Bösartige Tumoren des Penis sind selten, aber gut behandelbar, wenn sie früh erkannt werden. Jede nicht abheilende Veränderung an Eichel oder Vorhaut, jedes verdächtige Knötchen oder Geschwür gehört zeitnah untersucht. Wir setzen, wo immer der Befund es erlaubt, auf organerhaltende Verfahren und Stimmen die Behandlung im Bedarfsfall interdisziplinär ab.
Erektile Funktionsstörungen behandeln wir im Bereich Andrologie, wo Sie auch zu Hormonstörungen und Sexualproblemen weiterführende Informationen finden.
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