Apalutamid beim Hochrisiko-Prostatakrebs: Was die neue Studie bedeutet

Symbolbild zur PROTEUS-Studie: Tablet mit Prostata-Grafik in einer urologischen Praxis.

Bei Männern mit einem Hochrisiko-Prostatakrebs kann die Behandlung besonders herausfordernd sein. Eine neue große Studie zeigt nun, dass eine zusätzliche medikamentöse Behandlung mit Apalutamid vor und nach der Operation die Krankheitskontrolle verbessern kann.

Worum geht es?

Prostatakrebs mit hohem Risiko kann trotz Operation wiederkommen oder später Tochtergeschwülste bilden. Deshalb suchen Ärzte nach Behandlungen, die das Rückfallrisiko senken. In der PROTEUS-Studie wurde untersucht, ob eine Kombination aus Hormonentzugstherapie und Apalutamid rund um die Operation hilft.

Apalutamid ist ein Wirkstoff der in den Tumorstoffwechsel eingreift und als Tablette 1x täglich eingenommen wird.

Was wurde untersucht?

Mehr als 2.100 Patienten mit neu diagnostiziertem Hochrisiko-Prostatakrebs nahmen an der Studie teil. Alle Männer sollten operiert werden. Ein Teil erhielt zusätzlich zur üblichen Hormontherapie das Medikament Apalutamid, der andere Teil ein Placebo.

Was kam heraus?

Bei den Patienten mit Apalutamid war das Ansprechen auf die Behandlung besser. Auch das Risiko für spätere Metastasen war geringer als in der Vergleichsgruppe. Vereinfacht gesagt: Die Krankheit blieb unter der Zusatzbehandlung länger unter Kontrolle.

Welche Nebenwirkungen traten auf?

Die Behandlung mit Apalutamid führte häufiger zu Nebenwirkungen als die Vergleichsbehandlung. Besonders häufig war Hautausschlag. Insgesamt müssen Nutzen und mögliche Belastungen daher immer gemeinsam mit dem Arzt besprochen werden.

Was bedeutet das für Patienten?

Die Studie macht Hoffnung, dass sich die Behandlung von Hochrisiko-Prostatakrebs weiter verbessern lässt. Apalutamid könnte für bestimmte Patienten eine wichtige Zusatzbehandlung sein. Ob die Therapie im Einzelfall sinnvoll ist, hängt aber von der individuellen Situation, dem Krankheitsstadium und dem allgemeinen Gesundheitszustand ab.

Wichtig zu wissen

  • Die Studie zeigt bessere Behandlungsergebnisse mit Apalutamid.
  • Die Therapie kann Nebenwirkungen verursachen, vor allem Hautausschlag.
  • Die Entscheidung für oder gegen diese Behandlung sollte immer gemeinsam mit dem behandelnden Urologen getroffen werden.

Quelle: Taplin M.-E. et al., Perioperative Apalutamide in High-Risk Localized Prostate Cancer, New England Journal of Medicine, 2026, DOI: 10.1056/NEJMoa2603878